Law Flow

Elias Reiche

Volljurist · Gründer von Law Flow · Berlin
Elias Reiche, Volljurist und Gründer von Law Flow

Elias Reiche ist Volljurist und baut KI-Infrastruktur für Kanzleien und Rechtsabteilungen. Nach dem Studium in Passau, dem Referendariat in Berlin und Stationen bei Freshfields und YPOG — dazwischen ein selbst gegründetes Legal-Tech-Startup und ein Vorstandsamt bei der Legal-Tech-Initiative eLegal — berät er unter dem Namen Law Flow zur Einführung von künstlicher Intelligenz als Infrastruktur statt als Einzelwerkzeug.

Die Verbindung aus juristischer Ausbildung und eigener Entwicklungsarbeit ist der Grund für diese Positionierung. Wer die Verschwiegenheitspflicht aus § 43a BRAO kennt und zugleich weiß, wie ein Inferenzprofil auf AWS Bedrock den Verarbeitungsort bestimmt, muss zwischen beiden Welten nicht mehr übersetzen. Genau an dieser Nahtstelle scheitern die meisten KI-Projekte in Kanzleien: nicht am Modell, sondern am Einbau.

Werdegang

  1. seit Juni 2026
    Forward Deployed Engineer · Law Flow Eigene Beratung für KI-Infrastruktur in Kanzleien und Rechtsabteilungen: AWS-Bedrock-Architektur mit erzwungener EU-Datenresidenz, KI-Agenten für die non-billable Arbeit, Wissensdatenbanken und Kontext-Ebenen, Schulung der Teams.
  2. Januar – September 2025
    Referendar, M&A/Corporate · Freshfields M&A-Transaktionen und Post-M&A-Streitigkeiten: SPA-Prüfung, Claims Notices, Exhibit Lists. Due-Diligence-Prüfungen, insbesondere Chain-of-Title-Analysen von Geschäftsanteilsübertragungen. Gutachten im Aktien-, GmbH- und Umwandlungsrecht.
  3. Oktober 2022 – Dezember 2023
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter · YPOG Entwurf von Tech-Verträgen — SaaS, KIaaS, PaaS, Lizenz- und Datenübertragungsverträge — sowie Datenschutz-Compliance für Mandanten aus KI, HealthTech, Biotech und Blockchain. Due-Diligence-Berichte im Bereich IP/IT und Datenschutz. Vortrag „AI and Intellectual Property" beim Young Lawyer’s Forum; Zuarbeit zu Vorträgen bei GRUR e.V. und Bitkom e.V. zu KI-Regulierung und -Lizenzierung.
  4. Juni 2022 – Februar 2024
    Gründer · FEATRme Mitgründung eines Legal-Tech-Startups: eine Web-App, mit der Verträge in unter einer Minute erstellt, verhandelt und rechtsverbindlich geschlossen werden. Pilotierung in mehreren Werbeagenturen, Partnerschaft mit der IP-Boutique NORDEMANN, Programme bei UnternehmerTUM und im Legal Tech Colab. Verantwortlich für die Produktentwicklung von der Idee bis zum Launch, unter anderem für die automatische Extraktion von Abrechnungsdaten aus Verträgen. Exit zum Beginn des Referendariats.
  5. 2018 – 2022
    Studentischer Mitarbeiter · Deutscher Bundestag Zwei Stationen bei einem Abgeordneten und in einer Arbeitsgruppe: fachliche Zuarbeit, Bürgeranfragen, Vorbereitung von Ausschusssitzungen. Davor freie Mitarbeit im Auswärtigen Amt bei zwei internationalen Konferenzen.

eLegal: Legal Tech als Ausbildungsthema

eLegal ist eine 2019 in Göttingen gegründete, bundesweit aktive studentische Initiative für Legal Tech und die Zukunft des Rechts. Sie hat sich vorgenommen, angehende Jurist:innen schon während der universitären Ausbildung für praxisrelevante Zukunftsthemen zu sensibilisieren und ein Forum für interdisziplinären Austausch zu schaffen. Inzwischen zählt der Verein über 150 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet — Studierende, Referendar:innen, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen und Anwält:innen — und ist studentischer Partner des Legal Tech Verband Deutschland.

2023 war Elias Reiche Vorstandsmitglied für Finanzen und Partnerschaften. In dieses Jahr fiel die Skalierung der Legal Tech University, einer kostenlosen Lernplattform rund um Legal Tech, die gemeinsam mit Kanzleien, Startups und Universitäten entwickelt wurde und im Februar 2022 an den Start ging. Zum Portfolio der Initiative gehören außerdem der Podcast How to Legal Tech, eine Interviewreihe, ein Newsletter, Workshops und ein Legal Tech Hackathon.

Die Aufgabe im Vorstand — Finanzen und Partnerschaften — war dabei weniger juristisch als strukturell: Budgets für ein bundesweit verteiltes, ehrenamtliches Team, Kooperationen mit Kanzleien und Legal-Tech-Unternehmen, und die Frage, wie sich ein kostenloses Bildungsangebot dauerhaft trägt. Diese Perspektive — Digitalisierung im Rechtsmarkt nicht als Produktfrage, sondern als Frage von Anreizen, Ausbildung und Organisation — prägt bis heute die Arbeit bei Law Flow.

Anmerkung: Die frühere Vereinsdomain elegal.technology ist inzwischen nicht mehr in der Hand der Initiative und leitet auf eine fremde Seite weiter. Aktuelle Informationen gibt es auf dem LinkedIn-Profil von eLegal.

Schwerpunkte

Grundsätze

Vertraulichkeit ist eine Architekturentscheidung, keine Vertragsklausel. Wenn die EU-Grenze nicht technisch verriegelt ist, hilft keine Zusicherung im Auftragsverarbeitungsvertrag. Wie das konkret aussieht, steht im Beitrag über erzwungenes EU-Hosting.

Der Einstieg gehört in die non-billable Arbeit. Fristenkontrolle, Ablage und Kollisionsprüfung sind der risikoarme Ort, an dem eine Kanzlei lernt, was KI kann und was nicht — ausführlich hier.

Trade-offs bleiben menschliche Arbeit. Ein Sprachmodell formuliert die Abwägung, es trifft sie nicht. Warum das gerade im KI-Zeitalter wichtiger wird.

Der beste Auftrag endet damit, dass die Kanzlei die Beratung nicht mehr braucht. Legal Tech ist keine Software, die man kauft, sondern eine Fähigkeit, die man aufbaut.

Open Source

Aus dieser Arbeit entsteht legal-ops-germany, eine offene Bibliothek für die non-billable Arbeit deutscher Kanzleien: Fristenberechnung nach §§ 186–193 BGB und § 222 ZPO, RVG- und GKG-Berechnung, GwG-Screening, Interessenkollisionsprüfung und DATEV-Export — als deterministische Executors, deren Rechenweg prüfbar bleibt.

Kontakt

E-Mail: info@law-flow.de
LinkedIn: linkedin.com/in/eliasreiche
GitHub: github.com/eliasreiche

Formale Angaben nach § 5 DDG stehen im Impressum.

Law Flow erbringt allgemeine Beratung und technische Umsetzungsbegleitung, jedoch keine Rechtsberatung und keine Rechtsdienstleistung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG).